Pflege-Tipps

Schuhe haben es nicht leicht. Im wahrsten Sinne des Wortes trampelt immer jemand auf ihnen herum. Dann müssen sie auch noch über heißen Asphalt laufen oder durch eiskalten Schneematsch stapfen. Und was haben sie davon? Sie werden einfach in eine Ecke gestellt - bis zum nächsten Einsatz.

Dabei hätten sie wirklich Anspruch auf ein wenig "Schönheitspflege". Und wie sowas ganz einfach geht, erfahren Sie gleich hier. Halten Sie sich also einfach an unsere Tipps, dann genügen ein paar Minuten täglich und ihre Schuhe werden strahlen.

Pflege von Anfang an

Ob Slipper, Schnürer oder Schnallenschuh, benutzen Sie grundsätzlich einen Schuhlöffel. Heruntergetretene Fersenkappen sind hässlich und zerstören unwiederbringlich die Paßform.

Lockern Sie vorm Ausziehen von Schnürschuhen alle Schnürsenkel, damit der Fuß einfach aus dem Schuh herausrutschen kann. Dauert nicht wirklich länger, ist bequemer und schonender für Füße und Schuhe.

Schuhspanner halten Ihre Schuhe schön in Form, glätten die Gehfalten und entlasten die Bodenkonstruktion. Aber bitte nur in der entsprechenden Schuhgröße verwenden, da sich sonst der Schuh verzieht.

Ein Schuhspanner ist besonders praktisch, wenn Schuhe von Regen oder Schnee durchnässt sind. Ersatzweise geht auch das Ausstopfen mit Zeitungspapier. Trocknen Sie Ihre Schuhe nicht zu nah an der Heizung, auf gar keinen Fall aber auf der Heizung. Das Leder wird davon hart, spröde und brüchig. Solche Wärmeschäden kann kein Pflegemittel beheben. Schuhe mit Ledersohlen sollten zum Trocknen auf die Seite gelegt werden.

Reinigen Sie Ihre Schuhe regelmäßig. Am besten nach jedem Tragen abwischen oder bürsten, damit sie nichts von ihrem Glanz oder ihrer samtigen Oberfläche verlieren.

Bringen Sie Ihre Schuhe rechtzeitig zum Schuster, um z.B. abgelaufene Absätze zu erneuern. Damit vermeiden Sie größere Schäden und sparen langfristig Geld.

Gönnen Sie Ihren Schuhe auch mal eine Pause: mindestens so lange, wie sie getragen wurden. Noch besser, die Schuhe 24 Stunden ruhen lassen, damit sie gut austrocknen können.

Die Kunst des Schuheputzens

Grundsätzlich gilt: Erst reinigen, dann schützen. Nur sauberes Leder lässt sich mit geeigneten Pflegemitteln behandeln. Ihre Haut cremen Sie doch bestimmt auch nicht vor dem Waschen ein.

Staub und Schmutz entfernen Sie am besten mit einem Lappen und/oder lauwarmem Wasser, bei robusterem Leder ruhig auch mit einer Bürste. Rauhleder reinigen Sie mit einer Gummi- oder Schmirgelbürste.

Neue Schuhe am besten schon vor dem ersten Tragen mit einem Pflegemittel behandeln. Dabei richtet sich die Wahl des Pflegemittels nach der Art des Leders. Durch falsche Pflegemittel können Sie nicht nur bei empfindliche Lederarten großen Schaden anrichten.

Für eine Farbauffrischung nehmen Sie am besten eine Schuhpflege, die einen Farbton dunkler ist als die Farbe des Schuhs.

Das Pflegemittel in kreisenden Bewegungen gleichmäßig und dünn auftragen, sonst verschmiert das Leder und glänzt nicht mehr richtig. Vermeiden sie auch zu starkes Reiben beim Auftragen, weil das Oberleder beschädigt werden könnte.

Die Pflege sollte etwa eine Viertelstunde einwirken, dann können die Schuhe mit einem weichen Lappen oder mit einer weichen Polierbürste (am besten ist eine Rosshaarbürste) poliert werden.

PROFI-GEHEIMTIPP
Zum Reinigen und Cremen des Schuhrahmens eignet sich am besten eine alte Zahnbürste.

Welches Pflegemittel für welches Leder?

Lackleder
Lackleder kann zur Reinigung ruhig mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Zur Pflege aber keine normale Schuhcreme verwenden, weil sie Schlieren auf dem Leder hinterlassen würde. Lackleder also immer mit einer Speziallackledercreme pflegen. Nutzen Sie keine Imprägnierung für Ihre Lackschuhe, da die Oberfläche des Leders mit einer folienartigen geschlossenen Schicht versehen ist.
 
Glattleder
Empfehlenswert ist eine Imprägnierung mit einem Glattlederspray (möglichst nicht in geschlossenen Räumen anwenden) bereits vor dem ersten Tragen. Je nach Beschaffenheit des Leders kann zur Pflege eine Tubencreme (für hochwertige Glattleder), eine Lotion (für weiches und empfindliches Leder bzw. Taschen) oder eine Wachspaste (für derbe und fettgegerbte Leder) verwendet werden.
 
Rauleder
Rauleder ist der Oberbegriff für Velours- und Nubukleder und ist empfindlicher als Glattleder. Wachshaltige Pflege würde die feinen Härchen auf der Oberfläche verkleben. Zur Pflege und Reinigung empfehlen wir daher spezielle Nubuk- / Velours-Leder-Sprays. Eine Farbauffrischung ist mit einer speziellen Farbflüssigkeit möglich. Flecken können mit einer Gummibürste oder einem speziellen Schwämmchen entfernt werden.
 
Textilschuhe
Textilschuhe werden schnell schmutzig und sehen dann nach mehrmaligem Tragen nicht mehr gepflegt aus. Behandeln Sie diese Schuhe schon vor dem ersten Tragen mit einem speziellen Textilschutzspray. Sind sie doch mal verschmutzt, so können Sie die Schuhe mit klarem Wasser oder einer leichten Seifenlauge vorsichtig reinigen.

Profi-Geheimtipp

Fettflecken
Haushaltsübliches Reinigungsbenzin

Kaugummi oder Leim
Im Tiefkühlfach kurz anfrieren und anschließend ablösen bzw. abrubbeln

Zuckerhaltige Flecken
Mit kaltem Wasser und Seife auswaschen

Kugelschreiber auf Rauhleder
Klebeband auf den Fleck und mit dem Fingernagel oder einem harten Gegenstand durch das Klebeband hindurch kräftig kratzen. Anschließend das Klebeband ruckartig abziehen.

Schneeränder
Unter fliessendem lauwarmem Wasser auswaschen bevor sie eingetrocknet sind, später lassen sie sich mit Hilfe von Petroleum entfernen.